Aktionen

Cannelloni, Fluse und Ruth Bantay zusammen im Bürgerstift (Foto: Christian Kleiner)

Cannelloni, Fluse und Ruth Bantay zusammen im Bürgerstift

Der 23. Januar ist ein besonderer Tag für die Clowninnen Cannelloni und Fluse von Xundlachen e.V. Im Gepäck haben sie heute hohen Besuch! Der Theaterfotografen Christan Kleiner und die Cellistin Ruth Bantay von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz begleiten sie. Und im Gemeinschaftsraum des Bürgerstiftes in Wachenheim passen Cannellonis Akkordeon und Ruts Cello hervorragend zusammen und man kann gar nicht anders, als mitsingen und beschwipst werden von so viel schöner Musik.

Und dann waren wir noch auf die Zimmer von drei besonderen Bewohner*innen eingeladen. Gerda Schönfeld ist noch nicht lange da. Sie hat noch Heimweh nach Zuhause. Und sie erzählt, von ihrer italienischen Designerlampe Pippistrello, die sie mitgenommen hat um in ihrem Zimmer nicht ganz allein zu sein. Und sie erzählt, dass sie iher Pippistrello morgens „Guten Morgen“ sagt und abends „Gute Nacht“. Und die Clowns verstehen das gut, denn sie reden auch ab und zu mit Pflanzen oder anderen Lebewesen und Dingen. Und wer weiss, ob Lampen das nicht auch spüren, wenn man sie liebhat?

Ein leidenschaftlicher Tänzer

Günther Schnörr hat zwei Gemälde im Zimmer hängen, die sein Neffe gemalt hat. Auf einem erkennt Cannelloni ganz deutlich die Capri-Fischer und wir singen das alle zusammen. „Wunderschön,“ sagt Herr Schnörr und dann ganz leise „Wenn man jetzt nochmal tanzen könnte“. „Ich kann mit Dir tanzen“, sagt Fluse treuherzig. „Da musst Du aber auf mich aufpassen, dass ich nicht falle,“ sagt Herr Schnörr. Und Fluse kann das. Ganz vorsichtig und zart legen sie einen Schneewalzer aufs Parkett und dann, mutiger und trittsicherer sogar noch einen. Und Fluse spürt ganz deutlich, dass Herr Schnörr ein leidenschaftlicher Tänzer ist und sie so lieb im Arm hält.

Ein Solo vom Cello

Ursula Meueler  ist aus Viernheim nach Wachenheim gezogen um nah bei Ihren Kindern und Enkeln zu sein. Noch früher hat sie im Rheinland gelebt, bei Köln. Sie wünscht sich ein Solo vom Cello und alle verdrücken ein paar Tränen, weil das wirklich so schöne Töne machen kann. Anschließend singt Fluse a Capela „Wenn isch so an min Heimat denkö“ auf kölsch und Frau Meueler  kennt das auch und kann mitsingen vom Dom und vom Heimweh nach Köln. Und wir alle überlegen, welche Dialekte wir sprechen können und mit wem. Und das ist ganz arg verbindend.

„Du, Du liegst mir am Herzen“

Und dann erzählt Frau Meueler wie sie all ihre Männer früh verloren hat, den Vater, den Bruder und den Mann. Und Fluse findet das auch schlimm, das der Bauplan der Männer so zu sein scheint, dass sie einfach nicht so lange halten, wie wir Frauen. Dann spielen Cannelloni und Ruth „Du, Du liegst mir am Herzen“ und Fluse macht Seifenblasen dazu und wir denken ganz ausdrücklich an alle lieben Verstorbenen. Frau Meueler ist ganz glücklich dabei, so glücklich, dass sie sogar ein paar Freudentränen vergießt, weil es so schön ist, dass wir alle hier zusammen sein können.

Und wie schön das alles war, kann man auf dem Bild von Christian Kleiner ganz deutlich sehen, oder?

Foto: Christian Kleiner

Das könnte Sie auch interessieren

Archiv